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Novembr 2018

Meinungsunterdrückung: E-Mail an Landrat

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen den Landrat über diesen Vorgan zu informieren:

Sehr geehrter Herr Landrat,
bei den aktuell laufenden Unterschriftensammlungen in Renningen und Weil der Stadt wird einmal mehr deutlich, wie wichtig den Bürgern der beiden Städte eine Bahnverbindung nach Calw ist.
Die Unterschriften-Aktion zielt auf eine Verlängerung der S6 anstelle der geplanten Hermann-Hesse-Bahn ab. Den Bürgern wurden und werden dabei entscheidende Argumente vorenthalten, die gegen die Lösung der S-Bahn sprechen: fehlender Beschluss, fehlende Finanzierung, Verzögerung um viele Jahre, wesentliche technische Nachteile. Wir als BAUS haben eine Gegenüberstellung der Pro und Contra erarbeitet, die wir dieser Mail beifügen (siehe Anlage).

Dieses Dokument hatten wir zur Veröffentlichung in den Stadtnachrichten Renningen der laufenden Woche (Kw46/2018) angemeldet. Das wurde uns verwehrt, u.A. mit dem Argument, dass es sich um Meinungsäußerungen handele. Gleichzeitig hat die Aktion "Pro-S-Bahn-Verlängerung" aber schon zum dritten Mal ihre Anzeige veröffentlichen dürfen (diese liegt als Anlage bei). Wir empfinden das als einseitige und gravierende Unterdrückung der Meinungs-Vielfalt!

Es ist sehr erstaunlich, wie die Unterschriften Renninger Bürger als "Nein zur Hesse-Bahn" missbraucht werden. Diesen Missbrauch hat selbst die Stuttgarter Zeitung erkannt und die Unterschriften als "Stimmen gegen die Hesse-Bahn" tituliert (Stuttgarter Zeitung Leonberg und Umgebung vom 17.11.2018). Dabei wirbt die Aktion oberflächlich mit einem "Ja".
Nun wird ganz frisch auch die Idee der S62 als Argument gegen die HHB vorgebracht. Dabei ist offenkundig, wie viele Fragezeichen es zu diesem Projekt gibt. Selbst wenn eine Finanzierung in Aussicht stünde, würde die Verwirklichung viele Jahre in Anspruch nehmen. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass keine einzige der gesammelten Unterschriften mit der S62 zu tun hat - diese war weder in Unterschriftenlisten noch in den Begleit-Argumenten erwähnt.

Aussagen, die S62 könne nur entweder in Weil der Stadt oder Leonberg beginnen, sind falsch. Die wahrscheinlichste Lösung für die S62 (falls sie überhaupt bezahlt werden wird), wird ihr Beginn im Bahnknoten Renningen sein: damit würde sie nicht nur problemlos mit der HHB koexistieren, sondern von dieser Fahrgäste "zugeliefert" bekommen.

Wie Sie wissen, sind Renninger Kommunalpolitiker und Initiativen erfahren im Anfordern von Stress-Tests. Dies wird auch für die S62 geschehen. Im Gegensatz zur geplanten HHB, die vergleichsweise direkt vor bzw. nach der S6 fahren wird, soll die S62 (verständlicherweise) mittig in den 15min-Takt gelegt werden - das liefert aber Zwangspunkte an beiden Enden des eingleisigen Streckenstücks Rankmühle - Weil der Stadt. Ein Stresstest wird zeigen, dass die S62 weitaus kritischer für das System der S-Bahn ist als die HHB.

Wichtig ist uns, wie auch vielen Renninger Bürgern, dass die Hermann-Hesse-Bahn nicht am Kirchturm-Denken scheitert. Die Hermann-Hesse-Bahn hat viel Potenzial, den ausufernden Autoverkehr einzudämmen - auch wenn das in den Gemeindeparlamenten diesseits der Würm-Nagold-Wasserscheide nicht erkannt wird.

Wir bitten Sie daher innig, den Versuchen weiterer Behinderungen der Hermann-Hesse-Bahn zu widerstehen. Unser Klima, das globale wie das zwischenmenschliche, duldet keinen weiteren Aufschub!

Mit freundlichen Grüßen
und guten Wünschen für ein gutes Bahn-Fahren

Klaus Hünerfeld
für die Bürgeraktion unsere Schwarzwaldbahn (B.A.U.S.)


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