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Anzeige der Hermann-Hesse-Bahn-Gegner

Am 16. 10. 2014 veröffentlichten die Gegner der Herman-Hesse-Bahn eine ganzseitige Anzeige in den Renninger Stadtnachrichten. Hierzu hat Roland Esken eine Stellungsnahme formuliert. Beides wollen wir hier veröffentlichen:

WSB e.V. Roland Esken Emil-Schmid-Str. 24 75378 Bad. Liebenzell

Bürgerinitiative Malmsheim
71272 Renningen

Bad Liebenzell, 20.10.2014

 

Offener Brief
Ihre Anzeige in den Stadtnachrichten Renningen vom 16. Oktober 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit einiger Verwunderung habe ich Ihre an diesem Wochenende veröffentlichte Anzeige in den Renninger Stadtnachrichten gelesen. Da Sie einige Fakten offensichtlich bewusst falsch darstellen, kann diese Anzeige nicht unwidersprochen bleiben.

Sie behaupten, der Landesverkehrsminister und der Calwer Landrat wollten die Herman-Hesse-Bahn mit wie Sie schreiben  „ausrangierten Dieseltriebwagen“ betreiben lassen.

  • Der Verkehrsminister des Landes hat sich mehrfach klar für einen elektrifizierten Betrieb ausgesprochen.

  • Der Calwer Landrat strebt „modernste Antriebstechnik“ für die Fahrzeuge der HHB an. Das hat er auch bei mehreren Gelegenheiten bekräftigt.

  • Bei den Bahnunternehmen werden Fahrzeuge ausrangiert, wenn sie nicht mehr einsatzfähig sind bzw. wenn die Einsatzfähigkeit nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr herzustellen ist. Sie können ja sicherlich selbst nicht glauben, dass solche Fahrzeuge auf der HHB zum Einsatz kommen sollen.

  • Ihre Bezeichnung S-Bahn Trasse ist insofern irreführend, als es sich bei dem im Jahre 1869 eröffneten und im Jahre 1939 elektrifizierten Abschnitt Renningen – Weil der Stadt nicht um einen der S-Bahn vorbehaltenen Abschnitt handelt. Vielmehr ist dies, so wie etwa eine Bundesstraße, ein Teil der öffentlichen Infrastruktur, zu dem auch andere Verkehrsträger ein Anrecht auf einen diskriminierungsfreien Zugang haben. Siehe dazu Allgemeines Eisenbahn Gesetz (AEG), nachzulesen unter http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/aeg_1994/gesamt.pdf . Diese Gesetzeslage können  Sie nicht ignorieren. 

Sie behaupten, „nur so würde die Hesse Bahn wirtschaftlich“ und dafür gebe es „nicht einen Nachweis“.

  • Die zuständige Abteilung des LRA Calw hat zusammen mit einer auf diesem Gebiet erfahrenen Beraterfirma vor etlichen Monaten eine sg. „Standardisierte Bewertung (Standi)“ durchgeführt, der für diese Art von Infrastrukturprojekten vorgeschriebene Nutzen / Kosten Analyse.

  • Durch diese Analyse wurde der Beleg der Wirtschaftlichkeit erbracht, sowohl für den Diesel-, als auch für den Elektrobetrieb. Selbstverständlich ist dabei nicht von ausrangierten Fahrzeugen ausgegangen worden. In die Standi fließen eine Menge Parameter ein, u.A. eine dem Betriebskonzept entsprechende Verkehrsanalyse. Aus dieser Verkehrsanalyse ergeben sich dann auch die prognostizierten Fahrgastzahlen.

  • Bei anderen reaktivierten Bahnen wurde diese Prognose bei weitem übertroffen. So bei der Schönbuchbahn um das ca. 2,5-fache, bei der Ammertalbahn um das sensationell mehr als 11-fache. Das kann man als Zeichen werten, das diese Prognosen sehr konservativ angelegt sind. Die Entwicklung auf der Strecke Renningen – Sindelfingen – Böblingen (S-60) geht in die gleiche Richtung, wie Sie ja sicherlich aus der Presse entnommen haben.

  • Die Standi wurde vom Landesverkehrsministerium geprüft und akzeptiert. Damit wurde die Förderfähigkeit des Projekts festgestellt. Darauf basiert auch die Aussage des Verkehrsministers sowie die Unterstützung der Grünen und SPD Fraktion im Landtag.

Sie behaupten, der Vorschlag „mit Experten die voraussichtlichen Störungen im S-Bahn Verkehr“ zu untersuchen, würde vom LRA Calw abgelehnt.

  • Zunächst einmal existieren heute auch ohne HHB Störungen im S-Bahn Betrieb. Diese haben ihre Ursache im Bereich des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Das dürfte ja hinreichend bekannt sein.

  • Der vorgesehene Fahrplan speziell auf der Strecke Weil der Stadt – Renningen wurde im Auftrag des Landkreises Calw von Fahrplanexperten von DB-Netze, dem Betreiber der Strecke, erstellt und für „fahrbar“ erachtet. In nächster Zeit hat das LRA zusätzlich eine „Fahrplansimulation“ geplant, die diese Aussage nochmals belegen bzw. mögliche Probleme aufzeigen soll. Diese Pläne sind Ihnen bekannt und damit ist unverständlich, wie Sie zu dieser Aussage kommen können.

  • Auf die naheliegende Lösung, die Strecke Malmsheim – Weil der Stadt zweigleisig auszubauen sind Sie nicht eingegangen. Sie versuchen lieber den Schwarzen Peter der HHB unterzuschieben.

Ich möchte keinesfalls den Eindruck erwecken, dass Ihr Anliegen z.B. für Schallschutzeinrichtungen unbegründet sei. Es ist aber doch offensichtlich so, dass die Gemeinde Renningen das fragliche Baugebiet bis unmittelbar an die bestehende Bahnstrecke ausgewiesen hat, und Anwohner sich auch in der Vergangenheit schon für einen Schallschutz gegen S-Bahn Geräusche bei Gemeinderäten und Bürgermeister eingesetzt haben. Ich sehe es daher als Aufgabe der Stadt Renningen an, dafür auch zu sorgen und die entsprechenden Mittel bereitzustellen, anstatt die eigenen Versäumnisse durch eine Diskussion um die HHB zu kaschieren.

Einen Ansatz zur Versachlichung auf Ihrer Seite sehe ich darin, dass nun nicht mehr von Dreck schleudernden Dieselloks die Rede ist.   

Mit freundlichen Grüßen        
Roland Esken
Vorsitzender  WSB e.V.

Quellen: Scan Renninger Stadtnachrichten vom 16. 10. 2014 und http://wsb-calw.de/wp-content/uploads/2014/10/Brief-Malmsheimer-Bürgerinitiative-20141020.pdf

Weiter Kommentare zu der Anzeige finden Sie auf www.schwarzwaldbahn-calw.de


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